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6 Mythen über Content Management Systeme aufgedeckt – Wie erstelle ich eine Webseite (Teil 4)

Im vorherigen Teil wurde gezeigt wie man relativ einfach HTML und CSS lernen und üben kann, da es selbst mit dem Einsatz von sog. Content Management Systemen und ohne Kenntnisse in diesem Bereich schwierig wird, gute Webseiten zu erstellen. In diesem Teil werden 6 Mythen über Content Management Systeme (kurz: CMS) aufgedeckt um Klarheit über ihre Funktionsweise und Einsatzgebiete zu geben. Hierzu wird zuerst der Begriff Content Management System definiert. Anschließend wird die Funktionsweise besprochen. Häufig werden in diesen Punkten falsche Funktionsweisen angenommen. Zusätzlich wird geklärt wann der Einsatz eines CMS sinnvoll ist und wann nicht.

Was sind Content Management Systeme und was sind ihre Aufgaben?

Bevor die verschiedene Mythen über Content Management Systeme vorgestellt und teilweise widerlegt werden, sollte der Begriff Content Management genauer betrachtet und die Funktionsweise eines CMS genauer definiert werden.
Was bedeutet nun das Wort „Content Management“? Das Wort Content stammt aus dem englischen und könnte mit dem Begriff Inhalt übersetzt werden. Das Wort Management hat ebenfalls den Ursprung aus dem englischen und könnte mit Verwaltung übersetzt werden. Somit kann man daraus schließen, dass ein CMS für die Verwaltung von Inhalten zuständig ist. Stellt sich jedoch die Frage, was und wie wird Inhalt verwaltet. Anders ausgedrückt: Was ist Inhalt und gibt es Unterschiede zwischen Inhalten?

Stellen Sie sich einmal vor, dass der Inhalt einer (Online-)Zeitung oder Zeitschrift von keinem CMS verwaltet werden soll. Die Zeitung hat jedoch verschiedene Themengebiete, die wiederum in verschiedene Kategorien unterteilt werden könnten. Wie sollte der Inhalt verwaltet werden, selbst wenn jeder Inhalt vom gleichen Typ wäre (mit mehr als 1000 Artikeln)? Die Verwaltung wäre viel zu kompliziert. Das ist ein Punkt für den Einsatz von Content Management Systemen. Daher bieten (ich glaube alle, wenn nicht fast alle) Content Management Systeme die Möglichkeit Inhalte zu katalogisieren. Es wird zwar technisch oft unterschiedlich gelöst, ist vom Grundprinzip jedoch das Gleiche.

Bleiben wir am Beispiel einer Zeitung und der Verwaltung ihrer Inhalte: Wer hätte nun das Recht Inhalte zu erstellen, ändern und zu veröffentlichen? Man könnte im ersten Moment denken, dass alle Personen, die einen Zugang zu dem CMS haben, diese Rechte besitzen sollten. Naja, also mehr als 1000 Artikel lassen sich nicht von einer Person erstellen und verwalten. Hierzu sind sehr viele Menschen notwendig. Und wie Sie sicher wissen, gibt es den sog. Chef-Redakteur, der am Ende die Freigabe gibt, oder Artikel zur Bearbeitung zurück gibt. Es wäre sicherlich Fatal, wenn alle die gleichen Rechte hätten. Daher bieten Content Management Systeme ebenfalls diese Funktion an. Ein CMS sollte ebenfalls verschiedene Zustände von Inhalten darstellen, bzw. auszeichnen. Ein Artikel kurz vor der Veröffentlichung sollte anders gekennzeichnet sein als ein erster Entwurf. Auch die Kennzeichnung von veröffentlicht, oder nicht veröffentlicht ist ein entscheidender Punkt eines CMS.

Neben der Verwaltung von Inhalten spielt eine andere Aufgabe von Content Management Systemen eine entscheidende Rolle: Trennung von Inhaltspflege und Programmierung. Eine Grundidee von Content Management Systemen ist es, dass Menschen ohne Kenntnisse von Programmiersprachen und Design ganz einfach Inhalte erstellen und pflegen können. Mit einem CMS ist somit eine klare Aufgabenteilung vorhanden. Die Programmierung, Bereitstellung von Inhaltstypen (wenn nicht gegeben) und das Design. Das ist ein sehr wichtiger Punkt und ein entscheidender Faktor für die Wahl eines CMS. Zu diesem Punkt wird später hingegen ein Mythos aufgeräumt.

1. Mythos: Content Management Systeme sind AUSSCHLIEßLICH für das Medium Internet geeignet!

Selbstverständlich werden Content Management Systeme häufig im Web-Umfeld genutzt. Es wurde bereits das Medium (Online-)Zeitung aufgegriffen und soll diesen Mythos kurz und schmerzlos widerlegen. Was wäre, wenn die Zeitung überhaupt keine Online-Zeitung wäre, oder es gäbe eine Online- und Print-Zeitung (gedruckte Zeitung). Häufig sind Herausgeber von Zeitungen sowohl online, als auch offline präsent. Stellen Sie sich einmal die Frage, wie die Inhalte der offline Variante verwaltet werden. Wie arbeitet ein Auslands-Korrespondent? Schickt er seine Inhalte per Email? Wohl kaum. Alle Inhalte werden über ein solches CMS gesteuert. Möglicherweise ist es eine individuelle Lösung, jedoch muss die Verwaltung und Steuerung von Inhalten über ein System erfolgen. Andernfalls würde schlicht Chaos ausbrechen. Content Management Systeme werden nicht nur für das Medium Internet genutzt. Auch im Bereich des Wissensmanagements können sie eingesetzt werden.

2. Mythos: Mit einem Content Management System lassen sich Inhalte ganz einfach erstellen!

Grob ausgedrückt stimmt diese Annahme auch. Natürlich nur dann, wenn die passenden Komponenten  oder Module in einem CMS vorhanden sind. Es kommt jedoch oft vor, dass etwas anderes vorhanden ist, welches nicht zu den „normalen“ Modulen passt. Dann ist es notwendig diese zur Verfügung zu stellen. Je nach CMS ist es dann einfach, bishin sogar fast unmöglich diese Komponente in das System einzubauen (siehe dazu Mythos 6).

3. Mythos: Jedes Content Management System lässt sich für alle Zwecke nutzen!

Verfügbar sind sehr viele Content Management Systeme, teilweise als Open-Source Variante oder als kostenpflichtige Software verfügbar. Jedes hat eine andere Datenstruktur und Architektur, und sind teilweise für verschiedene Einsatzgebiete entwickelt worden. Manche Content Management Systeme haben ihren Schwerpunkt auf der User-Verwaltung, andere auf eine sehr verfeinerte Kategorisierung der Inhalte. Auch der Umgang mit der Inhaltspflege kann sehr stark variieren. Manche sind benutzerfreundlicher als andere. Für andere Content Management Systeme ist ein größeres technisches Verständnis notwendig und ist somit User-abhängig. Vor dem Einsatz eines CMS ist es wirklich notwendig sich mit diesem auseinander zu setzen.

Nicht zu unterschätzen ist ebenso der Faktor Individualität: Ist es einfach eigene Module einzubauen? Ist es einfach Frontend und Backend auf die eigenen Bedürfnisse anzupassen? Ist das System bekannt oder nicht? Schwierig wird es, wenn all die Fragen mit Nein beantwortet werden. Erstens muss ein System für Änderungen erst untersucht werden, bzw. die Dokumentation gelesen werden, zweitens ist es weniger bekannt, wird es schwieriger Hilfe bei Problemen zu finden.

4. Mythos: Manche Content Management Systeme sind nicht zu gebrauchen!

Das ist meiner Meinung nach völliger Quatsch. Wie bereits erwähnt, sind Content Management Systeme sehr unterschiedlich und für individuelle Frage- und Problemstellungen entwickelt worden. Manche Content Management Systeme bieten mehr Komfort bei der Erstellung von Inhalten als andere. Jedes CMS hat seine Vor- und Nachteile. Es gilt für die individuelle Situation eine Entscheidung zu treffen und sich das geeignetste CMS für die Situation herauspicken.

5. Mythos: Content Management Systeme lassen sich beliebig erweitern!

Theoretisch ist das bei fast allen Content Management Systemen möglich. Hierbei stellt sich immer die Frage wie das geht und ob mit welchem Aufwand Erweiterungen erstellbar sind. Fehlt eine Dokumentation oder ist sie sehr schlecht gepflegt oder gar unvollständig, sind Schwierigkeiten vorprogrammiert. Auch hier zählt einerseits die Bekanntheit eines CMS und ob man sich in das System gut oder schlecht einarbeiten kann. Andernfalls ist es sehr schwer das System zu erweitern. Ebenso muss herausgefunden werden, wie und ob Erweiterungen mit einem System-Update nicht überschrieben werden könnten. Es gilt hierbei wie in allen anderen genannten Punkten auch: Recherchieren, recherchieren, recherchieren.

6. Mythos: Content Management Systeme funktionieren ohne Programmieren zu können!

Diese Annahme ist eine Halbwahrheit, bzw. wenn es darum geht, mehr aus Content Management Systemen herauszuholen, werden Kenntnisse in diesem Bereich benötigt. Erweiterungen lassen sich ohne Programmier-Kenntnisse nicht so leicht erstellen. Oder ist eine Erweiterung vorhanden, soll aber noch individuell angepasst werden, dann ist dies auch kaum möglich ohne das man sich mit der Materie auskennt. Sollten keine Kenntnisse gegeben sein, sollte sich dazu unbedingt Hilfe geholt werden.

Fazit

Content Management Systeme sind tolle Werkzeuge um Inhalte zu erstellen, pflegen und verwalten. Jedoch sollte vor der Wahl eines CMS wirklich gut recherchiert werden. Ansonsten läuft man in die Gefahr sehr viel Zeit zu investieren. Ein Wechsel von einem CMS zum anderen, mit dem Import der bisherigen Inhalte ist meistens komplizierter. Das könnte schließlich auch passieren, wenn zu einem späteren Zeitpunkt festgestellt wird, dass ein anderes CMS wesentlich geeigneter ist als das bisherige System.