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Ein CMS Vergleich in 11 einfachen Schritten – Wie Sie das richtige CMS für Ihr Projekt finden!

Im Artikel 6 Mythen über Content Management Systeme wurde bereits erwähnt, dass die Wahl eines Content Management Systems (kurz: CMS) entsprechend von dem individuellen Projekt und den benötigten Anforderungen abhängig ist. Daher konzentriert sich der Beitrag auf einen CMS Vergleich, der die wichtigsten Anforderungen in den Mittelpunkt stellt. Über die vorgestellten 11 Schritte lässt sich eine fundierte Entscheidung für oder gegen ein CMS treffen.

Der individuelle CMS Vergleich

Um einen individuellen CMS Vergleich durchzuführen, ist es wichtig, dass Sie die folgende Fragen zu Ihrem Projekt beantworten. Die folgenden Punkte werden stets genau beschrieben und erläutert. Um zu einem optimalen Ergebnis zu kommen, sollten Sie sich unbedingt über die Anforderungen Ihres Projektes im Klaren sein. Folgende Anforderungen sollten beantwortet werden können um eine gute Entscheidung zu treffen. Wenn Sie die Fragen nicht beantworten können, sollten Sie sich zuerst mit den genauen Anforderungen auseinandersetzen.

1. Zielsetzung des Projekts

Die erste und wichtigste Frage, die beantwortet werden sollte, ist die Zielsetzung Ihres Projekts. Mit der Beantwortung dieser Frage ist es wesentlich einfacher die nächsten Fragen zu beantworten. Es ist wirklich wichtig zu wissen, was die genauen Ziele Ihres Projektes sind.
Möglicherweise ist das Ziel des Projekts allein die Bereitstellung von Inhalten. Vielleicht spielen soziale Komponenten wie ein Chat, ein Forum, Bewertungen von Inhalten, usw. eine sehr wichtige Rolle. Möglicherweise soll zusätzlich ein Online-Shop integriert werden. Die Möglichkeiten sind vielfältig und können sich gegenseitig ergänzen. Sozusagen sind viele Kombinationen denkbar.

Wäre ein Online-Shop gewollt, wäre sicherlich eine andere Software idealer oder ergänzend zu verwenden. Es gibt jedoch häufig Erweiterungen für Content Management Systeme, die Shop-Funktionalitäten bieten. Es sollte dabei festgestellt werden, welche Funktionsweisen und Darstellungen der Produkte für das Projekt wichtig sind. Bei einem wirklich klassischen Online-Shop, ohne weitere Inhalte, würde eine Shop-Software sicherlich weitaus mehr nutzen als ein klassisches CMS. Zudem sollte daran gedacht werden, dass für einen Online-Shop diverse Schnittstellen bereitgestellt werden müssen. Eine Shop-Software bietet hierzu meist mehr integrierte Lösungen an, als ein CMS, bzw. die Erweiterungen.
Bevor es zum nächsten Schritt geht, sollten Sie alle Ziele erst einmal ausführlich zusammenfassen. Damit kann eine weitaus bessere Entscheidung getroffen werden, da die groben Anforderungen weitaus klarer sein werden. Der CMS Vergleich betrachtet ebenfalls die angebotenen Inhalte im nächsten Punkt.

2. Angebotene Inhalte

Es wird davon ausgegangen, dass Inhalte eine besondere Rolle spielen, ansonsten wäre die Wahl eines CMS eher weniger praktisch und ein CMS Vergleich wäre nicht gerade sinnvoll. Der Einsatz eines CMS, bzw. die Wahl für ein CMS hängt einerseits von der Masse an Inhalt ab. Wenn z.B. ein Blog geführt werden und somit regelmäßig neuer Inhalt erstellt und verwaltet werden muss, sieht die Situation vollkommen anders aus, als wenn nur wenige Seiten, bzw. ein sog. One-Pager zur Verfügung gestellt werden soll. Wenn nur eine Seite mit verschiedenen Inhalten zur Verfügung gestellt werden soll, wird vermutlich kein CMS benötigt.

Neben der Menge an Inhalt spielt die Art der Inhalte eine noch entscheidendere Rolle (s. Punkt 1). Die einfachste Variante von Inhalten wäre die Bereitstellung von einem Text mit möglicherweise einem oder mehreren Bildern. Bei der alleinigen Nutzung dieses Inhalts-Typs wäre das einfachste CMS denkbar. Die Faktoren Ladegeschwindigkeit (auch: Pagespeed), Suchmaschinenoptimierung (kurz: SEO) und Usability (auch: Benutzerfreundlichkeit) eines CMS würden die Schwerpunkte für die Entscheidung sein.

Oft werden jedoch noch andere Inhalts-Typen benötigt. Möglicherweise sollen andere Inhalte miteinander verknüpft werden, wie bspw. Verknüpfungen mit einem Ort über Längen- und Breitengrad. Möglicherweise sollen Videos veröffentlicht oder ein Podcast soll gestartet werden. Dazu müsste herausgefunden werden, welches CMS diese Formate unterstützt, bzw. welches CMS für diese Inhalte Erweiterungen besitzen.

3. Anzahl der beteiligten Personen und Workflow

Dieser Punkt ist ein wirklich entscheidender Faktor, der nicht zu unterschätzen ist. Bei einer hohen Anzahl von Autoren, bzw. beteiligten Personen, sollte vorab definiert werden, wer Inhalte erstellen, verändern und veröffentlichen darf. Gleichzeitig sollte der gesamte Workflow festgehalten werden und Mithilfe des CMS optimal durchgeführt werden. Sollte ein gewünschtes CMS den Workflow von Haus aus nicht unterstützen, oder es ist keine Erweiterung hierzu vorhanden, fällt das CMS aus der Auswahl. Besitzt das CMS auch nur wenige Rechtevergaben und Benutzerrollen, wird es ebenfalls sehr schwierig einen guten Workflow durchzuführen. Diese Content Management Systeme sollten aus Ihrem CMS Vergleich entfernt werden, wenn sie mit mehreren Personen und unterschiedlichen Rechten arbeiten wollen.

4. Anzahl an Webseiten

Die Verwaltung von mehreren Webseiten durch ein CMS ist häufig mit einem höheren Aufwand machbar. Mit manchen Content Management Systemen geht es jedoch überhaupt nicht. In diesem Fall sollten diese CMS-Lösungen nicht verwendet werden. Besonders die Umsetzung und Möglichkeiten in der Verwaltung der verschiedenen Webseiten spielt hierbei eine Rolle. Sind die gleichen Personen in die verschiedenen Webseiten involviert? Wenn ja, werden Sie von einer Stelle aus gemanagt, oder müssen sie für alle Webseiten gepflegt werden. Es sollte auch hier an den Workflow und die Rechtevergabe gedacht werden. Auch hier gilt: Schließen Sie alle Content Management Systeme aus dem CMS Vergleich aus, der nicht den Workflow unterstützt.

5. Mehrsprachigkeit

Mehrsprachige Inhalte zu publizieren ist in den meisten CMS-Lösungen nicht standardisiert. Jedoch sind für viele unterschiedliche Erweiterungen vorhanden, die über unterschiedliche Lösungswege umgesetzt werden. Je nach Wahl einer Erweiterung für Mehrsprachigkeit, kann es mit anderen Erweiterungen zu Problemen, bzw. zu Fehlern führen. Es ist somit sehr wichtig sich vorher mit den gewünschten Erweiterungen auseinander zu setzen und ggf. mit anderen bevorzugten Erweiterung zu testen. Es ist vorallem wichtig, da sich die Inhalte oft nicht einfach in den Ursprungszustand zurückführen lassen, bzw. in eine andere Erweiterung integrieren lassen. Somit ist es schwierig sich für eine andere Erweiterung für Mehrsprachigkeit zu einem späteren Zeitpunkt zu entscheiden.

6. Übersichtlichkeit und Benutzerfreundlichkeit (Usability)

Häufig arbeiten mehrere Personen an einem Projekt (s. Punkt 3), welche häufig technisch weniger Erfahrung haben. Daher ist es sehr wichtig, dass selbst technisch unerfahrene Menschen mit dem CMS umgehen können. Bei einer hohen Anzahl solcher Personen, sollte die Übersichtlichkeit und Benutzerfreundlichkeit des CMS gut sein. Andernfalls wird der Aufwand und die Kosten für Schulungen stark steigen.

7. Bekanntheit des CMS

Häufig wird bei einem CMS Vergleich nur wirklich sehr bekannte CMS-Lösungen beurteilt. In manchen Fällen ist es jedoch sinnvoller andere Lösungen zu beurteilen. Es hängt jedoch mit weiteren Faktoren zusammen, ob ein spezielles CMS verwendet werden sollte. Werden bspw. spezielle Features benötigt? Wenn ja, welche werden benötigt und gibt es hierfür spezielle CMS-Lösungen? Möglicherweise gibt es für bekanntere CMS-Lösungen auch Erweiterungen (s. Punkt 8 und 9).

Der wirklich absolute Vorteil von sehr bekannten Content Management Systemen ist die weite Verbreitung und damit eine gute Dokumentation, sowie viele Foreneinträge zu Problemstellungen. Somit können Probleme oft einfacher gelöst werden als mit einem weniger bekannten System. Desweiteren werden bekannte CMS-Lösungen oft mit ein Update versehen um Sicherheitslücken zu schließen, andernfalls werden bekanntere Content Management Systeme sehr viel öfter angegriffen als weniger bekannte Systeme. Sicherheitslücken können nicht immer sofort geschlossen werden, sind schneller bekannt und werden häufig ausgenutzt. Auch das sollte bei einem CMS Vergleich nicht vergessen werden.

8. Anzahl zusätzlicher Module und Erweiterungen

Wie bereits erwähnt werden häufig Lösungen für spezielle Anforderungen benötigt. Daher spielt die verfügbare Anzahl an Erweiterungen eine entscheidende Rolle für die Wahl eines CMS, wenn spezielle Features benötigt werden sollten. Eine gute Verwaltung der Erweiterungen im CMS, aber auch eine gute Suchfunktion und Filterung von Erweiterungen sollte das CMS besitzen. Auch ohne besondere Features sollte das CMS Standard-Erweiterungen besitzen, wie bspw. SEO-Erweiterungen.

9. Ladegeschwindigkeit, alias Page Speed

Der Pagespeed ist mit ein SEO-Faktor (s. SEO Tipps) und sollte nicht unterschätzt werden. Problematisch wird der Einsatz von vielen Erweiterungen bei manchen CMS-Lösungen. Bei einigen Systemen nimmt die Ladegeschwindigkeit der Seite enorm ab, je mehr Erweiterungen aktiv verwendet werden. Sollte das der Fall sein, wäre es möglicherweise sinnvoller ein anderes CMS zu wählen. Andernfalls bietet es (mit oder ohne Erweiterung) die Möglichkeit Inhalte zu cachen. Somit wäre das Problem nicht so hoch einzuschätzen, sollte im Einsatz aber regelmäßig überprüft werden.

10. Online-Shop Funktionalität

Häufig soll ein CMS zusätzlich Online-Shop Funktionalitäten besitzen. Die Kombination von Content Management System und Shop-Funktionalitäten macht jedoch nur Sinn, wenn wirklich (anderer) Content eine Rolle spielt. Soll allein der klassische Aufbau eines Online-Shops erstellt werden, wäre eine Shop-Software weitaus sinnvoller und der CMS Vergleich hinfällig. Andernfalls muss im wahrscheinlichsten Fall nach einer Erweiterung des CMS gesucht werden. Es sollte besonders darauf geachtet werden, dass die Usability für nicht-technisch versierte Personen einsatzfähig ist.

11. Anbindung an andere Systeme

Die Kommunikation mit anderen Systemen, bspw. Zahlungs-Anbieter, mit sozialen Netzwerken, usw. sind oft sehr wichtig. Es sollte vorab festgestellt werden, welche Schnittstellen-Kommunikationen benötigt werden und ob es möglich ist sie einfach zu integrieren.

Fazit

Je nach Anforderungen eines Projekts kann die Wahl eines CMS recht komplex werden. Mit der Beachtung der 11 Schritte, bzw. Anforderungen, für einen CMS Vergleich wird es jedoch wesentlich einfacher das passende CMS auszuwählen und an die gewünschten Features anzupassen, bzw. Content Management Systeme auszuschließen.